c't: Live-Talk und Ask Me Anything mit Shopify-Gründer Tobias Lütke

Heute ab 15 Uhr steht der erfolgreichste deutsche Tech-Gründer c't-Redakteuren und Zuschauern Rede und Antwort – sein erster Auftritt hierzulande im Jahr 2021.

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  • Christian Wölbert

Er ist Programmierer, PC-Spieler, Unternehmer, Milliardär – und der aktuell erfolgreichste Tech-Gründer aus Deutschland. Am Mittwoch gibt Shopify-Chef Tobias Lütke dem Computermagazin c’t ein Live-Interview und beantwortet Fragen von Zuschauern. Es ist das erste Interview, das er in diesem Jahr einem deutschsprachigen Medium gibt.

Das Live-Interview beginnt heute um 15 Uhr hier auf heise online sowie auf dem YouTube-Kanal von heise online. Geführt wird es von c't-Chefredakteur Dr. Jürgen Rink und c't-Redakteur Jan Mahn. Im Anschluss wird Lütke in einem „Ask Me Anything“ Fragen von Zuschauern beantworten. Fragen an ihn können im heise-online-Forum unter dieser Meldung und in den YouTube-Kommentaren gestellt werden.

Lütke ist in seinem Heimatland Deutschland bislang kaum bekannt, obwohl er in vielerlei Hinsicht ein Superstar der Tech-Szene ist: Er brachte sich selbst das Programmieren bei und verdiente sich seine Sporen in der Open-Source-Community, unter anderem im Kernteam des Web-Frameworks Ruby on Rails. Die ersten Versionen der Shopify-Software entwickelte er im Alleingang.

Und dann machte er binnen 15 Jahren aus seinem bescheidenen Start-up mit Sitz in Ottawa, Kanada, einen Konzern, der an der Börse aktuell höher bewertet wird als SAP, Deutschlands wertvollster Konzern.

Lütke wuchs in Koblenz auf und wanderte 2002 nach Kanada aus, wo er zunächst einen Online-Shop für Snowboards aufbaute. Weil er die damals gängigen Shopsysteme untauglich fand, entwickelte er ein eigenes – und schuf damit die Grundlage für Shopify.

Aus dem Nebenbei-Projekt des jungen Programmierers ist nun ein Konzern mit über 7000 Mitarbeitern gewachsen. Shopify bietet Online-Händlern ein Shop-System samt Hosting und wickelt auch die Zahlungen ab. Außerdem können die Händler über Shopifys Partnerprogramm zum Beispiel Beratungsleistungen buchen und über einen App Store Anwendungen von externen Entwicklern einbinden.

Lieber als über den Börsenwert von Shopify spricht Lütke über andere Themen, zum Beispiel über den Einfluss von PC-Spielen auf die Entwicklung seiner Managementfähigkeiten: Mit dem Echtzeit-Strategiespiel Starcraft lerne man einige Fähigkeiten ähnlich gut wie durch einen MBA, sagte Lütke in einem Interview. Gleichzeitig wirkt er wie ein unersättlicher Leser von Sachbüchern und beschreibt zum Beispiel den Einfluss des Autors Nassim Nicholas Taleb ("Antifragilität") auf ihn und auf Shopify.

Auch die Unternehmenskultur von Shopify bietet viel Stoff für Gespräche: zum Beispiel arbeitet der Konzern seit 2020 "digital by default". Eine Rückkehr zur alten Präsenzkultur will Lütke auch nach der Pandemie nicht. "Es ist vorbei mit der Bürozentriertheit", twitterte er im Mai 2020. Die Zukunft des Handels ist ein weiteres Thema, mit dem Lütke sich intensiv beschäftigt – etwa mit Kryptowährungen und dezentralen Verträgen.

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(cwo)