WHO: "Die Verbrennung fossiler Rohstoffe bringt uns um"

Die Weltgesundheitsorganisation fordert die Länder der Welt zu schnellem Handeln gegen den Klimawandel auf.

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(Bild: WHO / A. Craggs)

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  • Andreas Wilkens

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht den Klimawandel als die größte Gesundheitsbedrohung für die Menschheit an. Zur bevorstehenden Klimakonferenz Ende Oktober in Glasgow ruft sie die Länder der Welt auf, ehrgeizige nationale Klimaverpflichtungen festzulegen, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen und auch, um eine nachhaltige Erholung von der COVID-19-Pandemie zu gewährleisten.

"Die Verbrennung fossiler Brennstoffe bringt uns um", heißt es in dem nun von der WHO vorgelegten Bericht " The Health Argument for Climate Action " (PDF). Zwar sei niemand vor den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sicher, besonders betroffen seien aber die Schwächsten und die am meisten benachteiligten Menschen.

Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen treten immer häufiger auf, schreibt die WHO. Sie töteten Tausende, während sie gleichzeitig die Gesundheitssysteme und -einrichtungen bedrohen, wenn sie am dringendsten benötigt werden. Wetter- und Klimaänderungen bedrohen die Lebensmittelversorgung und begünstigten Infektionskrankheiten wie Malaria in die Höhe. Zudem wirke sich das veränderte Klima auch negativ auf die psychische Gesundheit aus. Währenddessen verursache die Luftverschmutzung – primär Ergebnis der Verbrennung fossiler Rohstoffe – weltweit 13 Todesfälle pro Minute.

"Eine Senkung der Luftverschmutzung auf das Niveau der WHO-Leitlinien würde beispielsweise die Gesamtzahl der weltweiten Todesfälle durch Luftverschmutzung um 80 Prozent reduzieren", erläutert Dr. Maria Neira, WHO-Direktorin für Umwelt, Klimawandel und Gesundheit. Gleichzeitig würden die Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel anheizen, drastisch reduziert. Eine Umstellung auf nahrhaftere, pflanzliche Ernährung könne die globalen Emissionen erheblich reduzieren.

In einem offenen Brief von 300 Organisationen, die etwa 45 Millionen Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen weltweit vertreten, heißt es: "Wo immer wir Pflege leisten, reagieren wir in unseren Kliniken auf der ganzen Welt bereits auf die gesundheitlichen Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden." Vor allem wohlhabende Länder sollten vorangehen, ihre Wirtschaft treibhausgasarm zu transformieren und ärmeren Ländern dabei zu helfen, ihnen zu folgen.

(anw)