Datenbank-IDE: DataGrip 2021.3 erweitert Aggregate und prüft Abfragen

Der Dateneditor kann aggregierte Ansichten für Zeilenbereiche darstellen, und die IDE erlaubt die Zuordnung von realen zu DDL-Datenquellen.

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(Bild: rawf8/Shutterstock.com)

Von
  • Rainald Menge-Sonnentag

JetBrains eröffnet den herbstlichen Reigen der frischen Versionen für die Entwicklungsumgebungen mit DataGrip 2021.3. Das Release bringt eine Aggregat-View für Zeilenbereiche, die sich als Skripte anpassen lassen. Für die Anbindung an Versionskontrollsysteme über die Data Definition Language (DDL) erlaubt die 2021.3-Version die Zuordnung und Synchronisation zwischen DDL- und echten Datenquellen Außerdem kann die IDE Schemaknoten als Tabelle darstellen.

Einzelne Zeilen zu aggregieren steht laut JetBrains seit längerer Zeit auf der Wunschliste der DataGrip-Nutzerinnen und -Nutzer. Für markierte Zeilen zeigt der Editor dafür nun im Kontextmenü den Eintrag Show Aggregate View. Die neue Ansicht befindet sich in einem separaten Tab in demselben Fenster wie die Value-Ansicht.

Die über einen Zeilenbereich erstellten Aggregate finden sich in der Value-Ansicht.

(Bild: JetBrains)

Die Aggregate sind als Skripte umgesetzt, von denen DataGrip eine Reihe vordefiniert mitbringt. Daneben lassen sich eigene Skripte für Aggregate erstellen, die austauschbar mit denen für Extraktoren sind. Darüber hinaus lässt sich ein Aggregatwert wie das Maximum, der Mittelwert oder die Summe festlegen, den der Editor in der Statusleiste anzeigt.

Das im Juli veröffentlichte Data Grip 2021.2 hatte eine erste Anbindung an die Data Definition Language an Bord und konnte auf der Grundlage realer Datenquellen passende DDL-Datenquellen generieren und aktualisieren. Die Datenbanksprache beschreibt Datenstrukturen und ermöglicht es, die Inhalte in einem Versionsverwaltungssystem abzulegen.

Mit dem aktuellen Release lässt sich eine DDL-Datenquelle einer echten zuweisen. Anschließend können Entwicklerinnen und Entwickler die Quellen miteinander vergleichen und in beide Richtungen synchronisieren. Details zur Zuordnung können sie in dem neuen Tab DDL Mappings in der Ansicht zu den Datenkonfigurationseigenschaften auswählen.

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Bisher hat DataGrip automatisch die DDL-Quellen bei Änderungen an der realen Quelle aktualisiert. Die aktuelle Version ermöglicht das Umstellen auf eine manuelle Synchronisation über Refresh.

Bei der Synchronisation hebt eine Diff-Ansicht die Unterschiede hervor und zeigt an, welche Änderungen zu erwarten sind. Neue Objekte sind grün dargestellt, grau gekennzeichnete Elemente fallen beim Überführen weg und blaue werden geändert.

Die Diff-Ansicht hebt durch die Synchronisation anstehende Änderungen farblich hervor.

(Bild: JetBrains)

Zu den weiteren nennenswerten Neuerungen gehört der Blick auf einen Schemaknoten in einer Tabellenansicht, um beispielsweise alle Tabellen eines Schemas anzuzeigen. Die angezeigten Daten lassen sich in unterschiedliche Formate exportieren.

Wenn im Editor zwei separate Fenster dieselbe Tabelle darstellen, sind die Ansichten neuerdings vollständig unabhängig voneinander. Bisher hat die IDE Filter- und Sortiervorgaben für alle Ansichten einer Tabelle genutzt. Im aktuellen Release gelten individuelle Vorgaben für jedes einzelne Fenster.

Die Query-Konsole prüft neuerdings WHERE- und HAVING-Klauseln auf potenziell versehentliche Minus- statt Gleichheitszeichen. Motivation war ein Tweet, der ebendiesen Fehler beschrieb, der versehentlich in einer Update-Query Millionen von Datensätzen geändert hatte.

DataGrip warnt vor unsicheren Update-Abfragen, die eine Rechnung statt eines booleschen Ausdrucks enthalten.

Entwicklerinnen und Entwickler können zudem neuerdings über Extract Routine im Refactor-Menü Abfragen als Tabellenfunktion extrahieren.

Weitere Neuerungen in Version 2021.3 lassen sich dem DataGrip-Blog entnehmen. JetBrains bietet alle IDEs in einem Abomodell an, bei dem der Preis innerhalb der ersten drei Jahre sinkt. DataGrip kostet im ersten Jahr 89 Euro und ab dem dritten Jahr 53 Euro pro Nutzer. Anders als bei IntelliJ IDEA existiert für DataGrip keine kostenfreie Variante.

(rme)