Bahnverkehr: Deutschlandtakt soll 48,5 Milliarden Euro Investitionen kosten

Die Beratungsfirma SMA hat ermittelt, wie viel Geld fließen muss, damit der Deutschlandtakt umgesetzt werden kann.

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(Bild: BMVI)

Von
  • Andreas Wilkens

Das für 2030 angestrebte Fahrplanmodell "Deutschlandtakt" für die Deutsche Bahn wird laut einem Gutachten 48,5 Milliarden Euro Investitionen in das Schienennetz erfordern. Das geht aus einem Gutachten des Zürcher Beratungsunternehmen SMA und Partner hervor, das ihren Bericht aus dem Sommer dieses Jahres veröffentlicht hat. Die Kosten summierten sich aus 181 Investitionsvorhaben.

Die Infrastruktur der Eisenbahnen des Bundes soll anhand eines Zielfahrplans nach dem Prinzip "erst der Fahrplan, dann der Aus- und Neubau des Schienennetzes" ausgebaut werden. Das soll nach den Vorstellungen des Bundesverkehrsministeriums ein deutschlandweiter integraler Taktfahrplan mit besser aufeinander abgestimmten Zügen im Nah-, Fern- und Güterverkehr sowie kürzeren Umsteige- und Fahrzeiten sein. Bis 2030 sollen sich so die Fahrgastzahlen gegenüber 2018 auf 260 Millionen Passagiere verdoppeln.

Um den Deutschlandtakt umsetzen zu können, müssen Engpässe und fahrzeithemmende Infrastrukturelemente im Eisenbahnnetz erkannt und durch passgenaue Infrastrukturmaßnahmen beseitigt oder aufgelöst werden, heißt es in dem SMA-Bericht (PDF). Um die Fahrzeiten zu verkürzen und Engpässe aufzulösen, bedarf es Neu- und Ausbaustrecken, Ausweitungen der Gleiszahl und Weichenverbindungen, zusätzliche Weichen und fahrzeitverkürzende Elemente.

Vor allem müssten Knoten und hochausgelastete Strecken wirkungsvoll entlasten werden, heißt es in dem Gutachten, beispielsweise indem Strecken zwischen Hannover und Dortmund, Würzburg und Nürnberg sowie Hannover und Hamburg ausgebaut werden. Exemplarisch schildert das Gutachten Vorhaben, die Engpässe im Knoten Hamburg, im Korridor Hamburg – Berlin oder im Korridor Mannheim – Stuttgart – Augsburg – München erfordern. Das Gutachten berücksichtigt dabei Planungen wie die für den künftigen Fernbahntunnel in Frankfurt am Main oder das laufende Bauprojekt Stuttgart 21. Insgesamt müsse die Eisenbahninfrastruktur nahezu in allen deutschen Regionen weiterentwickelt werden.

Bisher sehe der Bundeshaushalt für Investitionen in Schienenwege jährlich 2 Milliarden Euro vor; damit ließe sich der Deutschlandtakt mit der in dem Gutachten vorgegebenen Summe erst 2044 verwirklichen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Das sei möglicherweise noch optimistisch gerechnet, denn SMA hat für seine Kalkulation Baukosten des Jahres 2015 zugrundegelegt. Zudem bräuchte die Bahn für das höhere Passagieraufkommen zusätzliche hunderte zusätzliche ICE.

(anw)